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Venenleiden

Man nehme zweimal täglich ein Zentimetermaß zur Hand – so lautet die Empfehlung für alle diejenigen, die unter müden, schweren und geschwollenen Beinen leiden. Denn: Das Maßband dient als wichtigstes erstes Erkennungsmittel für Venenerkrankungen, bevor Apotheker oder Arzt zur richtigen Behandlung raten. In der warmen Jahreszeit haben Venenbeschwerden Hochkonjunktur.

Auf gesunden Beinen durch den Sommer

Jeweils morgens und abends, und das an sieben aufeinanderfolgenden Tagen, mißt man den Umfang von rechtem und linkem Oberschenkel, den Waden und dem Bereich oberhalb der Knöchel. Klaffen die Werte von morgens und abends mehr als fünf Prozent auf einer "Etage" auseinander, spricht das für Ödeme, also Wasseransammlungen in den Beinen. Auch wenn die abendliche Schwellung bis morgens nicht abklingt, raten Venenspezialisten zur Untersuchung.

Früherkennung selbst gemacht

Ein noch einfacherer Test führt ebenfalls zu dieser Erkenntnis: Man drücke mit Daumen oder Zeigefinger kräftig auf eine Stelle neben dem Fußknöchel oder aufs Schienbein. Bleibt länger als drei Sekunden eine weißliche Delle zurück, hat man zuviel Wasser im Gewebe. Das Gewebe lagert immer dann Wasser ein, wenn das Blut nicht zügig zum Herzen zurück fließt, es also zuviel Zeit in den Beinen verbringt und dort das Volumen in den Gefäßen dadurch einfach zu groß wird. Das Blut drückt dann Flüssigkeit in das umliegende Gewebe ab. Oft, aber nicht immer, spricht das für schwache Venen. Aber auch beispielsweise Herzschwäche führt zu einer ungenügenden Blutzirkulation und kann damit Ödeme verursachen. Um also den Grund des Übels abzuklären, sollte sich ein Arzt die geschwollenen Beine ansehen.

Von Natur aus schwächer

Venen fehlt es von Natur aus an Kraft. Sie benötigen Unterstützung beispielsweise durch Bewegung, Hochlegen der Füße und eventuell stützende Strümpfe, Bandagen oder stabilisierende Tabletten. Die Venen, die das Blut zurück zum Herzen transportieren, besitzen im Gegensatz zu den Gefäßen, die vom Herzen aus den Körper mit Blut versorgen, nur dünne Muskeln. Wenn dann das umliegende Bindegewebe zusätzliche Schwächen zeigt, beulen die Venen aus. Die Folge: Die Muskelklappen, die in den Venen den Blutstrom in die richtige Richtung lenken und das Zurückfließen als Ventile verhindern, schließen nicht mehr richtig. Wie im Haushalt bei undichten Wasserhähnen geht Blut am Ventil vorbei nach unten in die Beine.

Ausgeleierte Venen führen zu Krampfadern und/oder zur chronisch venösen Insuffizienz. Schätzungsweise jede zweite Frau und jeder dritte Mann leiden mehr oder weniger unter ausgeprägten Varizen, wie die blauroten und knubbeligen Äderungen vom Arzt genannt werden. Häufig liegt die erbliche Veranlagung dafür schon vor, zu wenig Bewegung, viel Stehen oder Sitzen leitet dann den Krankheitsprozeß ein. Übrigens: Viele Apothekerinnen leiden unter Krampfadern. Fragen Sie doch einfach mal die Damen in Ihrer Apotheke nach ihrem Geheimrezept.

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