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Trauma

Unter einer seelischen traumatischen Erfahrung versteht man, dass die Situation überwältigend ist und dazu führt, dass man sich extrem ohnmächtig und hilflos fühlt. Außerdem erlebt man Gefühle von Panik, Todesangst und Ekel.
Nicht alles Belastende ist ein Trauma. Gesunde Menschen reagieren auf solche Situationen mit einem (Auf-)Schrei.

Alle Menschen brauchen eine gewisse Zeit, um mit solchen Erfahrungen fertig zu werden. Sie setzen sich längere Zeit damit auseinander, indem sie oft daran denken und von Gefühlen, die damit in Zusammenhang stehen, eingeholt werden. Viele fühlen sich auch über längere Zeit verwirrt und geradezu desorientiert. Andererseits gibt es auch immer wieder Phasen des Dichtmachens, wo man sich ablenken möchte und von allem nichts mehr wissen will. Dies ist alles normal und dient der Verarbeitung.
Unter ungünstigen Umständen, wenn der Mensch, dem das Trauma passiert, noch sehr jung und sehr allein gelassen ist, kann eine Traumaverarbeitung nicht stattfinden.
Besonders belastend ist es, wenn die Traumatisierungen sich wiederholen, wie z. B. Gewalt in der Familie oder Folter.

Fast alle Menschen schützen sich während einer traumatischen Erfahrung mittels eines Mechanismus, den man „Dissoziation“ (Abspaltung von Gefühlen) nennt. Verschiedene Bereiche des Erlebens werden weit auseinander gehalten. So kann es vorkommen, dass jemand sagt, ich habe das beobachtet, und es war, als würde das gar nicht mir geschehen. Dabei werden also die Gefühle dissoziiert.
Dieser Schutzmechanismus kann später zum Problem werden, da er die Tendenz hat, sich rasch zu verselbständigen und sich zu generalisieren. Dann dissoziieren Menschen auch dann, wenn „nur“ eine Alltagsbelastung vorliegt.
In ihrem Gehirn haben sich dann meistens Veränderungen vollzogen, die es unmöglich machen, Alltagsstress gut zu verarbeiten. Kleiner Stress wird dann zur riesigen Belastung.
Es können sich dann vielfältige Störungen entwickeln, nicht nur die Posttraumatische Belastungsstörung, sondern auch depressive Störungen, Suchterkrankungen, Angststörungen und vieles mehr können eine Folge von nicht verarbeiteten traumatischen Erfahrungen sein.
Um ein Trauma in das Leben zu integrieren, braucht es eine professionelle Unterstützung.

Traumatherapie wird heute meist in einer dreiphasigen Behandlung durchgeführt:

  1. Stabilisierung
  2. Traumakonfrontation (Voraussetzung ist, dass die Patientin/ der Patient stabil genug ist)
  3. Integration und Neubeginn

 

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