Skip to main content

Probiotika

Probiotika können in Lebensmitteln oder Medikamenten Einsatz finden. Im Nahrungsmittelbereich gibt es zum Beispiel mit probiotischen Bakterien hergestellte Joghurts, Joghurtdrinks, Quark, Käse oder Wurst.

Als probiotische Kulturen kommen in Lebensmitteln meist Milchsäurebakterien wie Bifidusbakterien- und Lactobacillus-Stämme zum Einsatz. Damit sie ihre gesundheitsförderlichen Wirkungen entfalten können, müssen sie in ausreichender Menge lebend den Darm erreichen.


GESCHICHTE

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Mikrobiologie von der Botanik gelöst und zu einer eigenständigen Fachrichtung erklärt. Louis Pasteur (1822 – 1895) und andere Wissenschaftler forschten damals nach Möglichkeiten, Mikroorganismen zu therapeutischen Zwecken einzusetzen. Etwa zur gleichen Zeit weckte auch die Untersuchung von Aufbau und Funktionsweise der Darmflora bei vielen Forschern großes Interesse.

Als Vater des probiotischen Konzepts gilt der russische Zoologe und Bakteriologe Ilja Iljitsch Metschnikoff (1845 – 1916). Er befasste sich unter anderem mit den Problemen des Alterns und stellte die These auf, dass das lange Leben bulgarischer Hirten auf den regelmäßigen Verzehr von Joghurt zurückzuführen sei. 1908 gelang ihm mit seinem populärwissenschaftlichen Buch „The Prolongation of Life“ ein Bestseller und der Durchbruch in der Probiotika-Forschung. Seine Vermutung, dass Milchsäurebakterien unerwünschte Fäulnisvorgänge im Darm hemmen, ist heute bestätigt. Weiterhin entwickelte er das Konzept der Dysbakteriose, demzufolge Darmerkrankungen des Menschen mit Veränderungen seiner Darmflora zusammenhängen. Metschnikoff, damals Professor am Pasteur-Institut in Paris, erhielt 1908 zusammen mit Paul Ehrlich (1854 – 1915) den „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“.

Mit der Entdeckung der Antibiotika geriet der Einsatz probotischer Präparate immer mehr in Vergessenheit. Sie fanden fast nur noch in der Naturheilkunde Anwendung. Erst Mitte der 80er Jahre keimte das Interesse daran wieder auf und erfuhr Anfang der 90er Jahre eine regelrechte Renaissance. Das zeigt sich auch an der Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu diesem Thema.

Anzeigen / Partner

    Anzeigen / Partner